7 Schritte · Geld & VersicherungenFür Bankkunden

Bankgebühren zurückfordern — in 7 Schritten.

Preiserhöhung ohne Ihre Zustimmung? Der BGH hat die Zustimmungsfiktion gekippt. Wer schreibt, holt oft Gebühren aus drei Jahren zurück — mit einem einzigen Schreiben.

LexMart Redaktion8 Min. LesezeitStand: 30. Juli 2026Quellengeprüft
Das Wichtigste in Kürze
  • Klauseln, die Zustimmung durch Schweigen fingieren, sind unwirksam (BGH XI ZR 26/20).
  • Laufzeitunabhängige Bearbeitungsgebühren bei Verbraucherdarlehen sind unwirksam (BGH XI ZR 405/12).
  • Rechtsgrundlos gezahlte Entgelte sind zurückzuzahlen (§ 812 BGB).
  • Die Verjährung beträgt drei Jahre ab Ende des Jahres der Kenntnis — fordern Sie noch im laufenden Jahr.

Fristrechner: Rückforderungszeitraum

Rückforderbar sind in der Regel Entgelte der letzten drei Jahre. Tragen Sie ein, wann Sie von der Unwirksamkeit erfahren haben.

Verjährung tritt ein am
Gut zu wissen
3 Jahre
Richtwert — der Einzelfall kann abweichen

1.
Die Grundlage

Alle Entgelte der letzten Jahre sammeln

Bestand

Fordern Sie eine Aufstellung aller Kontoentgelte und die früheren Preisverzeichnisse an und listen Sie jede Position mit Datum auf.

  • Kontoführung, Karten, Buchungsposten, Zuschläge.
  • Auch Kreditgebühren und Verwahrentgelte erfassen.
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2.
Der Hebel

Ausdrückliche Zustimmung prüfen

Zustimmung

Prüfen Sie, ob Sie einer Preiserhöhung je ausdrücklich zugestimmt haben — Schweigen genügt nicht.

  • Suchen Sie nach Zustimmungsformularen im Postfach.
  • Ohne Zustimmung ist die Erhöhung unwirksam.
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3.
Die Prüfung

Einzelentgelte auf Wirksamkeit prüfen

§ 307 BGB

Unwirksam sind vor allem Entgelte für gesetzliche Pflichten und laufzeitunabhängige Kreditgebühren.

  • Bearbeitungsgebühren bei Darlehen sind unwirksam.
  • Verwahrentgelte auf Guthaben sind vielfach unwirksam.
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4.
Die Rechnung

Rückforderungsbetrag beziffern

Betrag

Summieren Sie die zu Unrecht erhobenen Entgelte der letzten drei Jahre und ergänzen Zinsen ab Zahlung.

  • Tabelle mit Datum, Position, Betrag anlegen.
  • Belege als Anlage beifügen.
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5.
Das Schreiben

Rückzahlung mit Frist verlangen

§ 812 BGB

Fordern Sie die Rückzahlung schriftlich mit Frist von 14 Tagen, unter Hinweis auf die Rechtsprechung, und behalten sich weitere Ansprüche vor.

  • Konto vorerst nicht kündigen.
  • Bestätigung des Zugangs sichern.
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6.
Die Schlichtung

Ombudsverfahren einleiten

Schlichtung

Bleibt die Bank untätig, ist das Ombudsverfahren der Bankenverbände kostenfrei und hemmt die Verjährung; parallel ist die BaFin-Beschwerde möglich.

  • Verfahren schriftlich mit allen Belegen einleiten.
  • Die Verjährung ruht während des Verfahrens.
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7.
Der Abschluss

Konto und Wechsel absichern

Konto

Kündigt die Bank, gelten mindestens zwei Monate Frist; jeder Verbraucher hat Anspruch auf ein Basiskonto mit angemessenen Entgelten.

  • Beim Wechsel hilft die gesetzliche Umzugshilfe.
  • Basiskonto notfalls über die BaFin durchsetzen.
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LexMart RedaktionRedaktionell geprüft · Geld & Versicherungen
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Häufige Fragen

FAQ — Bankgebühren zurückfordern

Nein. Die Zustimmungsfiktion ist unwirksam (BGH XI ZR 26/20).
In der Regel drei Jahre ab Ende des Jahres der Kenntnis, absolut höchstens zehn Jahre ab Zahlung.
Nein, laufzeitunabhängige Bearbeitungsgebühren in Verbraucherdarlehen sind unwirksam.
Eine kostenfreie Schlichtung der Bankenverbände; sie hemmt die Verjährung.
Ja, auf ein Basiskonto mit Grundfunktionen und angemessenen Entgelten (§§ 31 ff. ZKG).
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Rechtsstand & Quellen: Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Der Beitrag bildet anerkannte Grundsätze von Gesetz und Rechtsprechung ab und nennt keine erfundenen Aktenzeichen. Stand: 30. Juli 2026. Quellen u. a.: §§ 812, 195, 199, 307, 675h BGB, §§ 20 ff., 31 ff. ZKG, BGH XI ZR 26/20 und XI ZR 405/12. Der Einzelfall kann abweichen.