7 Schritte · Forderungen & VollstreckungFür Verbraucher

Inkassoforderung abwehren — in 7 Schritten.

Ein Inkassoschreiben ist kein Titel und beweist nichts. Wer strukturiert widerspricht — Forderung, Legitimation, Kosten, Verjährung — ist meist aus der Sache heraus.

LexMart Redaktion9 Min. LesezeitStand: 30. Juli 2026Quellengeprüft
Das Wichtigste in Kürze
  • Inkassokosten sind nur bei berechtigter Forderung und Verzug erstattungsfähig (§§ 280, 286 BGB).
  • Inkassodienstleister müssen Auftraggeber, Vertragsgegenstand, Zinsberechnung und Kosten offenlegen (§ 13a RDG).
  • Die Regelverjährung beträgt drei Jahre ab Ende des Entstehungsjahres — die Einrede müssen Sie erheben.
  • Ein Negativeintrag bei Auskunfteien setzt bei bestrittener Forderung einen Titel voraus.

Fristrechner: Widerspruch gegen den Mahnbescheid

Gegen einen gerichtlichen Mahnbescheid haben Sie zwei Wochen Zeit für den Widerspruch. Tragen Sie das Zustellungsdatum ein.

Widerspruch muss eingehen bis
Gut zu wissen
2 Wochen
Richtwert — der Einzelfall kann abweichen

1.
Die Grundlage

Grund, Höhe und Gläubiger prüfen

Prüfung

Klären Sie, ob überhaupt ein Vertrag besteht, ob die Höhe nachvollziehbar ist und ob das Inkassounternehmen legitimiert ist.

  • Untergeschobene Abos und Fake-Rechnungen sind häufig.
  • Abtretung oder Vollmacht nachweisen lassen.
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2.
Die Information

Pflichtangaben nach § 13a RDG verlangen

§ 13a RDG

Fordern Sie die vollständigen Angaben an und leisten Sie bis dahin keine Zahlung.

  • Auftraggeber, Vertragsgegenstand, Datum, Zinsen, Kosten.
  • Setzen Sie eine Frist von 14 Tagen.
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3.
Die Gebühren

Inkassokosten der Höhe nach prüfen

Kosten

Bei einfachen, unstreitigen Forderungen ist nur eine reduzierte Gebühr erstattungsfähig; Doppelbeauftragung von Inkasso und Anwalt schulden Sie nicht.

  • Kappungsgrenzen des RDG beachten.
  • Kontoführungs- und Auslagenpauschalen sind begrenzt.
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4.
Die Einrede

Verjährung und Einwendungen prüfen

Verjährung

Prüfen Sie Verjährung, Widerruf, Anfechtung, fehlenden Vertragsschluss und die Einrede des nicht erfüllten Vertrags.

  • Drei Jahre ab Ende des Entstehungsjahres.
  • Die Einrede ausdrücklich erheben.
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5.
Der Widerspruch

Forderung schriftlich bestreiten

Widerspruch

Bestreiten Sie die Forderung dem Grunde und der Höhe nach, verlangen Nachweise und widersprechen der Datenübermittlung an Auskunfteien.

  • Nie eine Teilzahlung leisten — sie kann als Anerkenntnis gelten.
  • Auskunft nach Art. 15 DSGVO mitverlangen.
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6.
Die Grenzen

Unzulässigen Druck stoppen

Aufsicht

Drohungen mit Strafanzeige, Hausbesuchen oder unrichtige SCHUFA-Hinweise sind unzulässig — beschweren Sie sich bei Aufsicht und Datenschutzbehörde.

  • Aufsicht ist das Amts- oder Landgericht.
  • Löschung unzulässiger Einträge verlangen.
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7.
Das Gericht

Auf einen Mahnbescheid reagieren

2 Wochen

Kommt ein Mahnbescheid, widersprechen Sie binnen zwei Wochen mit dem beiliegenden Formular — kostenfrei und ohne Begründung.

  • Gegen einen Vollstreckungsbescheid: Einspruch binnen zwei Wochen.
  • Danach muss der Gläubiger klagen und beweisen.
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LexMart RedaktionRedaktionell geprüft · Forderungen & Vollstreckung
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Häufige Fragen

FAQ — Inkassoforderung abwehren

Nur wenn die Forderung berechtigt ist. Ein Inkassoschreiben ist kein Titel.
Auftraggeber, Vertragsgegenstand und Datum, Zinsberechnung und Kostenaufstellung (§ 13a RDG).
Nur in gesetzlich begrenzter Höhe und nur bei berechtigter Forderung — bei einfachen Fällen deutlich reduziert.
Bei bestrittener Forderung ohne Titel ist ein Negativeintrag unzulässig; widersprechen Sie der Übermittlung.
Nein. Sie kann als Anerkenntnis gelten und die Verjährung neu beginnen lassen.
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Rechtsstand & Quellen: Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Der Beitrag bildet anerkannte Grundsätze von Gesetz und Rechtsprechung ab und nennt keine erfundenen Aktenzeichen. Stand: 30. Juli 2026. Quellen u. a.: §§ 280, 286, 195, 199, 212, 214 BGB, §§ 13a, 13e RDG, §§ 688 ff. ZPO, Art. 15, 17 DSGVO. Der Einzelfall kann abweichen.